D’Loop- Ein Leben für eine lebenslange Jeans

Blauer als ihre Jeans können die beiden bei dieser innovativen Idee nicht gewesen sein: Mit D’Loop gelingt es Harry Singh und Gunther Rogoll die Jeans Made in Germany zu revolutionieren. Wie Ihnen das gelingt, verraten sie uns beim Besuch ihrer Produktionsstätte in Arnsberg.

Auf den ersten Blick lässt sich zunächst nichts Außergewöhnliches in der Lagerhalle entdecken: Mit weniger als 100 qm ziemlich klein, mit mehr als 10 Nähmaschinen ziemlich gut ausgestattet. Gefüllte Regale mit fertigen Jeans – der Laden läuft gut. Ihrem Erfolg liegt ein ausgefeiltes Konzept zugrunde, das zunächst vor allem eins verspricht: Individualität und Qualität, was „unsere Kunden aus aller Welt zu schätzen wissen“, so Harry Singh. Diese beiden wichtigen Punkte haben seiner Ansicht nach seit den 70ern arg gelitten. Denn um der stetig steigenden Nachfrage gerecht zu werden, griffen damals viele Hersteller zu Chemikalien. Eine starke Einschränkung für die Belastbarkeit des Körpers und der Jeans war die Folge. Zudem wuchs mit der quantitativ zunehmenden und qualitativ abnehmenden Jeansproduktion die ethische und moralische Verantwortungslosigkeit ins Unermessliche. Kinderarbeit, Umweltverschmutzung, Rohstoffverschwendung und unfaire Bezahlung sind nur ein paar Stichwörter einer längerfristigen Entwicklung, die Harry durch sein Label D’Loop stoppen will.

Er ist Inhaber von eins der wenigen Unternehmen in Deutschland, die die Themen der Mode dieser Zeit in all ihrem Umfang und ihrer Komplexität aufgreifen. Das erkennt man besonders gut, wenn man sich die Bestandteile seiner Jeans anguckt.

Der Stoff ist originaler japanischer Selvedge-Denim eines kleinen lokalen Familienbetriebes, der mit seiner nachhaltigen und fairen Herstellung in das ökologische Profil der Firma passt. Um die Langlebigkeit und Strapazierbarkeit der Hosen zu gewährleisten, wird bei der Herstellung und Verarbeitung der Materialen komplett ohne Chemie gearbeitet. Durch diesen Prozess höchster Konzentration und Feinarbeit kann es schonmal eine Woche dauern, bis ein Meter Baumwolle zur Verarbeitung bereit ist.

Nur 16 Schritte aus der Umwelt in die Vollkommenheit der Zukunft

Diese Baumwolle unterläuft dann 16 Produktionsschritten, an deren Ende ein Unikat als Ergebnis steht. Die ganzen Teile der Jeans werden mittels kleiner Nähmaschinen zusammengenäht, aufwendige Details und Accessoires werden mittels Handarbeit angebracht. So zum Beispiel die gewebten Kanten, die eine hohe Langlebigkeit bewahren.

Das wirklich Besondere an der Hose sind aber die ökologischen und nachhaltigen Details. Die Patches bestehen aus Echtleder von Rindern, die eines natürlichen Todes gestorben sind. Die Beutel und die Kartons, in denen die Jeans geliefert werden, sind allesamt biologisch abbaubar. Die Färbung der Hose wird durch natürliches Indigo erzielt, das mittels einer selbstkonzipierten und -konstruierten Used-Look-Maschine zu einem Vintage-Look umgewandelt werden kann. Die Maschine haben sie ihren eigenen Anforderungen angepasst, sodass die Vintagefärbung auch ohne chemische Zusatzstoffe erzielt werden kann. Das macht sie zu einer echten RAW-Jeans, deren Haltbarkeit kaum von den Produkten von Stange übertroffen werden kann.

D’Loop steht mit ihren teils unkonventionellen aber stets innovativen Ideen für eine revolutionäre Entwicklung in Deutschland, die auf eine nachhaltigere und dennoch modische Zukunft pocht.

Die zeitlose Jeans kann ein Symbol der Hoffnung dieser Bewegung werden, wenn sie es schafft, mit Preis und Qualität das Bewusstsein der Fast-Fashion-Industrie zu ändern.

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Fotos: Sina Gantenbrink

Dieser Artikel ist im Rahmen des Seminars „Magazin: Stoff, Mode und Konsum – ein kritischer Diskurs“ an der Universität Bielefeld unter der Leitung von Susanne Beckmann entstanden.

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