Reisebegleiter mit Vorgeschichte

Jede Tasche ist ein Unikat und schenkt ausgetragenen Jeans ein neues Leben. Unter dem label Dzaino* vertreiben Hanna Sin Gebauer und Julia Hermesmeyer nachhaltige Taschen aller Art, hauptsächlich Yogamatentaschen, City- oder Travelbags, die sie in ihrem Neuköllner Atelier zusammen schneidern und online verkaufen.

Von der Stadtmission Mitte in Berlin beziehen Julia und Hanna ihren Jeansstoff. Dort wird in Lagerhallen gespendeter Stof gesammelt, sortiert und weitergereicht – zum Beispiel an Designer_innen. Am liebsten arbeiten die beiden mit Jeans aus 100% Baumwolle, ohne Stretchanteil. Gleich und gleich gesellt sich gern, denn Jeansstofe aus verschiedenen Materialien können nicht so einfach kombiniert werden, wegen des unterschiedlichen Verhaltens bei der Verarbeitung. Wissen, dass die Taschen in ihrem früheren Leben mal eine Jeans waren, soll der Kunde, sehen soll er es nicht.

Upcycling – eine Begrifsannäherung

Nachhaltgkeit, Bewusstsein, Achtsamkeit – das sind die Worte mit denen sich Julia und Hanna anfreunden können. Und wie steht es um den Begrif Upcyling? „Übersetz hieße das etwa ‚dem Kreislauf hinzufügen, aber in einer besseren Form‘ oder ‚hochkreiseln’ vielleicht?“, fragen sich Julia und Hanna. Das Wort bleibt für die beiden Designerinnen ein schwer defnierbarer Begriff, der in ihren Ohren nach DIY und „Gebastel“ klinge, nach etwas, das nichts mit Design und gestalterischem Anspruch zu tun habe. „Im Modebereich rutscht es schnell in eine esoterische ‚Schnickschnack-Ornamente-Richtung’“, sagt Hanna. Davon sind die Berliner Unternehmerinnen zum Glück weit entfernt.
www.dzaino.com

* Dzaino ist angelehnt an das Wort Zaino, dem italienischen Wort für Rucksack

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