Pragmatisch, minimal, schön – Interviewserie „Wie wir konsumieren“

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Ina Höfermann hat eine pragmatische Sicht auf Mode.

Modebewusst heißt nicht mehr, ein Modeopfer zu sein. Ina mischt die Schönheit und die Bequemlichkeit. Sie lässt sich von Trends nicht verführen.

Die Medienstudentin Ina, 28, kauft sich nicht so oft neue Teile. Der Mode bzw. Modekonsum steht sie eher pragmatisch gegenüber: „Ich kaufe mir was Neues, wenn ich was Neues brauche“. Das bedeutet aber nicht, dass Ina keine Mode genießt oder dass sie keine Meinung dazu hat.

Die Ästhetik verführt

Beim Einkaufen lässt sie sich von der Ästhetik verführen: „Ich beachte die Schönheit – was mir halt gefällt“. Die Studentin besitzt ungefähr 15 Paar Schuhe und es ist ihr klar, was die Leute bezogen auf Mode lieber vermeiden sollten. „Es gibt Leute, die in Schwarz rumlaufen, so wie Emo, Gothic oder Punk und sie haben normale Schuhe mit so einem Plateau, das sich über den ganzen Schuh erstreckt. Ich finde das so hässlich“.

Ina steht der Modewelt neugierig gegenüber. Sie beobachtet und weiß auch, dass sie wahrgenommen wird. Sie weiß, dass ihre Kleiderwahl wahrscheinlich kommentiert wird. Ina steht über der Meinung anderer zu Ihrem Erscheinungsbild.  Selbst die Meinung ihrer Schwester, die lange eine große Rolle für sie spielte, ist heute nicht mehr so prägnant. „Ich gebe nicht mehr so viel drauf, lasse mich nicht mehr so viel beeinflussen“.

Wert legt sie auf Stücke, die für sie eine emotionale Bedeutung haben. Allgemein versucht sie, Kleidung zu behalten, zu reparieren und wenn sie verloren gehen, dann geht sie ihnen nach. Mode ist für Ina nicht nur eine pragmatische Angelegenheit, sondern ein  Balsam, der das Praktische mit dem Schönen verbindet.

Dieser Artikel ist im Rahmen des Seminars „Magazin: Stoff, Mode und Konsum – ein kritischer Diskurs“ an der Universität Bielefeld unter der Leitung von Susanne Beckmann entstanden. Er ist Teil der Interviewserie „Wie wir konsumieren“.

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