Argentinien-Stories

Wir haben entlang der textilen Produktions- und Lieferketten nach Menschen und Geschichten geforscht. Unsere Recherchen haben uns dabei auch zu den Baumwollfeldern in Argentinien geführt. Unmengen an Material und Eindrücke haben wir mitgenommen – einen Auschnitt daraus möchten wir hier mit euch teilen.

Schon 1983 wurde vor der Ausbreitung des Baumwollschädlings „Picudo“ gewarnt. Inzwischen hat er sich zu einer Plage entwickelt, die den Baumwollproduzenten in Argentinien das Leben so schwer macht, dass der Anbau auch aus diesem Grund zurückgeht. Der Picudo nistet sich in der Kapsel ein und ist auf diese Weise vor den Schädlingsgiften, die aktuell versprüht werden, geschützt. Aktuell forscht man nach einem Gift, das über die Wurzel eindringt oder nach einer Pflanze, die durch Genmanipulation resistent ist.

 

María, die von Kindheit an als Baumwollpflückerin gearbeitet hat. Dies ist das erste Jahr, in dem sie nicht mehr pflücken wird. Grund dafür sind Erntemaschinen und die niedrigen Baumwollpreise, die zu weniger Anbau führen. Dabei hat die von Hand geerntete Baumwolle auch heute noch eine bessere Faserqualität als die maschinell geerntete.

 

In dem Dorf San Bernardo in der Provinz Chaco gibt es ein Heimatmuseum, das von einer Lehrerin gegründet wurde. Dort wird alles gesammelt, was in der Gegend zu finden ist, Schlangen, Libellen, Pfeile, Bögen, alte Erntemaschinen, Schreibmaschinen, Computerbildschirme, Knöpfe, Geschenke der vietnamesischen Botschaft, Pflanzensamen. Alles steht gleichberechtigt nebeneinander, alles wird liebevoll konserviert und archiviert.

 

Dies ist ein mit dem Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat behandeltes Feld. Mitten darin sitzt eine perfekt an die absterbende Umgebung angepasste Riesenheuschrecke. Wer findet sie?

 

Eine ehemalige Baumwollpflanzerin. Früher waren sie und ihr Mann die größten Baumwollpflanzer der Gegend, in den Neunzigern gingen sie pleite. Sie hat heilerische Fähigkeiten, Menschen kommen auf ihr entlegenes Landgut, um seelische und körperliche Leiden lindern zu lassen.

Neugierig geworden? Aus den Recherchen in Argentinien ist das Schauspielstück „Weißes Gold“ entstanden, das am 25. Mai 2018 am Theater Bielefeld Premiere hat.

Schreibe einen Kommentar