Müll? Vintage! Und Wein noch dazu!

Wie ein Mainzer Unternehmen aussortierte Mode wieder aufleben lässt unter dem Motto „stöbern, wiegen, glücklich sein“

In der Neustadt – „sozusagen im Hipster-Zentrum von Mainz“ – wurde die Idee von VinoKilo im November 2015 geboren, sagt Dominik Breu (26) von VinoKilo. In einem 100 m²-Zimmer eines Kumpels fand das erste Event statt, das die Mainzer Freunde Robin Balser (27), Dominik Breu und Kim Gerlach (24) gemeinsam organisierten. Zwei Tage lang konnten die Mainzer vorletztes Jahr für einen symbolischen Eintritt von einem Euro shoppen, während Bud Spencer – Filme auf die Wand projiziert wurden. Dazu gab’s selbstgebackene Crêpes. Der Test war ein voller Erfolg, über 400 Leute besuchten die Veranstaltung, beworben über Facebook. „Mainz hat das gefeiert“, sagt Kim. Mittlerweile veranstaltet VinoKilo regelmäßige Verkaufsevents in Deutschland, den Niederlanden. Luxemburg, Belgien und Schweden.

Konzept und Fakten

Das Alleinstellungsmerkmal des Events ist der Verkauf von Vintagekleidung pro Kilogramm mit dem Nachhaltigkeitsgedanken: Slow- statt fast fashion. Die Kleidung ist getragen, aus zweiter Hand „und kann trotzdem cool und trendy sein“, sagt Kim Gerlach. Die Klamotten sind mindestens 20 Jahre alt und entsprechen dem Stil der 70er bis 90er-Jahren. Vor jedem Event werden die Besucher befragt, welchen stylischen Schwerpunkt das kommende Event haben soll: Es gibt Abstimmungen auf Facebook mit verschiedenen Kategorien.

Der Hauptlieferant von VinoKilo sitzt in Holland: Die niederländischen Häfen bilden einen großen Umschlagsplatz für Vintage-Kleidung weltweit. Ein großer Anteil der Kleidung kommt aus Deutschland und den USA. Meistens entsorgen Bekleidungsfirmen, die zum Beispiel insolvent sind, ihre Kleidung in Altkleidersammlungen, ebenso wie dies Privatpersonen tun. Bis die Kleidung bei VinoKilo landet, geht sie durch verschiedene Hände von Helfern, die die Kleidung als brauchbar deklarieren und sie weiterreichen. Pro Event werden zwei bis drei Tonnen Vintage-Kleidung gekauft, was übrig bleibt, geht zurück nach Holland.

Wie der Name schon sagt, gehört Wein zum Programm der Events von VinoKilo. Der Wein, der auf den deutschen Events verköstigt wird, kommt aus Mainz, und persönlich ausgewählt nach dem Motto „Support your locals“. In Weinkisten wird auch die Ware der Kunden abgewogen.

Ausblick

VinoKilo sind offen für Veränderung. Denkbar ist in Zukunft mit verschiedenen Labels, Vereinen und Organisatoren wie der Kleiderei aus Hamburg oder Kleiderkammern zusammenzuarbeiten. Neue Ideen und helfende Hände sind immer willkommen!

www.vinokilo.com

Fotos: Kathrin Ahäuser

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